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31 Mrz 2018

Usability-Testing: Eine Blogseiten-Optimierung für den Ernst Klett Verlag

Benutzerfreundlichkeit bzw. Usability ist in vielerlei Hinsicht ein wichtiges Kriterium, das weiß auch der Ernst Klett Verlag. Deshalb trat er im Wintersemester 2017/18 an die Studierenden des Masterstudiengangs Informationsdesign und Medienmanagement heran, um seinen neuen Grundschul-Blog einmal unter die Lupe nehmen zu lassen.

Der Blog wendet sich an Grundschullehrer und -lehrerinnen, die offen für neue Unterrichtsmethoden sind, und bietet kostenloses Unterrichtsmaterial an. Innerhalb eines mitgesandten Fragenkatalogs bekamen die Studierenden einen groben Überblick, welche Bereiche der Website zu testen sind. Hieraus wurden drei Themenkomplexe entwickelt, welche die Studierenden als untersuchungsrelevant bewerteten: Die Navigations- und Orientierungsstruktur, Beiträge sowie Interaktionsmöglichkeiten. Da sich die beiden letzteren Bereiche ebenfalls auf die Navigation beziehen, wurde in in erster Linie die Navigationsstruktur untersucht.

Nach der Auswahl geeigneter Methoden und Probanden ging es bereits in die heiße Phase des Testens: So fanden an drei Terminen insgesamt neun Pädagogen den Weg zur Merseburger Fachhochschule. Bei der Akquise legten die Studierenden besonderen Wert auf das Alter der Probanden. Diese wollten sie nämlich innerhalb der Auswertung in zwei Gruppen teilen, um neben den Eindrücken von jungen, internetaffinen Testpersonen auch die Sichtweise einer älteren Generation zu berücksichtigen.

Um dem Ernst Klett Verlag so viele Fragen wie möglich zu beantworten, entschieden sich die Studierenden für einen Mix aus verschiedenen Methoden: So sollten die Probanden zunächst einen digitalen Fragebogen zur Aufnahme statistischer Daten ausfüllen, danach einen Papier-Prototypen der Website “puzzlen” und anschließend im Card Sorting die Unterpunkte der Navigationsleiste den einzelnen Menüpunkten so zuordnen, wie sie es für sinnvoll hielten. Daraufhin ging es für die Probanden an den Computer zum Eye-Tracking: Hierbei wurde mittels Infrarottechnik der Blickverlauf der einzelnen Testpersonen in einem Programm sichtbar gemacht, während diese den Blog betrachteten, auf seiner Benutzeroberfläche agierten und die gestellten Aufgaben lösten. An ausgewählten Stellen führten die Studierenden mit den Probanden einzelne Interviews, in denen sie die jeweilige Aufgabe nach Schwierigkeit bewerten konnten, nochmals nach expliziten Auffälligkeiten gefragt wurden und ihre subjektive Meinung kundtaten. Diese Abwechslung aus kommunikativen, analogen und digitalen Komponenten sollte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer während der durchschnittlich 40-minütigen Testphase aufrecht erhalten.

Natürlich gab es während der Untersuchungen kein richtig oder falsch, denn einzig und allein zählte die subjektive Meinung des Nutzers. Aber auch die unterbewusste Wahrnehmung des Blogs in Form von visualisierten Blickverläufen war essentiell, um Zusammenhänge zu erkennen. Diese gaben die Studierenden in Form von Scan Paths und Focus- oder Heat-Maps aus, um herauszufinden, welche Elemente der Seite tatsächlich gesehen werden. All dies wurde innerhalb der Auswertung miteinander verglichen, wodurch sich Tendenzen ermitteln ließen, wie der Ernst Klett Verlag seinen Grundschul-Blog für seine Zielgruppe optimal darstellen und strukturieren könnte.

Projektdaten

Praxispartner Ernst Klett Verlag
Projektleiter Michael Meng
Mitwirkende: Masterstudierende IDMM16
Lehrveranstaltung: Usability Testing
Zeitraum: Wintersemester 2017/ 2018

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